Gesprengefiguren

Bildbeschreibung
Jahr: 1902
Ort: München-Mitte
Standort / Besitz: St. Paul, Marienaltar
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: H 76-91
Art: Figuren
Werkgruppe: S2b Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Architekt Georg von Hauberrisser wählte selbst die mitwirkenden Künstler an der St. Paulskirche aus. Busch schuf 1902 sechs Gesprengefiguren für den Marienaltar, zwei Engel mit der Krone für Maria, ein Kruzifix, sowie die Figur des hl. Paulus am Giebel des Westportals, 1903 drei Figuren für den Hochaltar und 1906-1913 den Kreuzweg. [s. S3] Die Figuren vom Marien- und Hauptaltar wurden 1944 zum Teil zerstört bzw. beschädigt. [s. S6d] Die Muttergottes mit den Engeln steht nun in der Sakristei auf einer Konsole, die hll. Walburga und Katharina (91 und 90 cm), des Evangelisten Johannes (76 cm) im Depot, nur die Figuren des auferstandenen Christus (H 70cm) und des hl. Georg (90 cm) sind kriegszerstört oder verschollen. Das Kruzifix für den Marienaltar ist nicht mehr vorhanden. - Hochaltar: siehe gesonderte Beschreibung und Abbildung..
Auftraggeber: Pfarrer Huber durch Architekt Georg von Hauberrisser
Ikonographie / zum Dargestellten: Hll. Georg mit Rüstung und Lanze tötet Drache, Katharina mit Schwert und zerbrochenem Rad, Walburga mit Ölgefäß, Buch und Äbtissinnenstab, Johannes Ev. mit Kelch.
Werkbeschreibung: Für die Bekrönung des Marienaltars schuf Georg Busch 1902 sechs hölzerne Gesprengefiguren. Von links aufsteigend waren dies: St. Georg und die hl. Katharina mit Schwert und zerbrochenem Rad [Stifterpatrone, s. S6d]. In der Mitte oben war eine Muttergottes-Figur, welcher zwei Engel die Krone bereithalten. Diese Figur mit den Engeln steht nun in der Sakristei auf einer Konsole. Das Jesuskind hält eine Weltkugel mit Kreuz in der Hand. Maria hielt eine Lilie in der Hand. Die Gewänder waren weiß, daher wirkten Maria und das Kind viel zarter als mit der heutigen Fassung. Über der Maria stand noch die Figur des segnenden auferstandenen Christus mit der Osterfahne. Von Maria nach rechts absteigend standen die Figuren der heiligen Walburga und des Johannes Evangelist [Stifterpatrone, s. S6d]. Johannes mit goldenem Mantel hält einen Kelch und erhebt segnend seine rechte Hand. Die Figuren sind gotisierend dem neugotischen Altar angepasst.
Repliken: Die etwas größere Replik der hl. Katharina [s. S6d] blieb in der Familie. Sie steht auf einem Sockel mit der Allegorie Philosophia.
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Ausstellungsbuch; - Werkkartei; - Fotos NL: Album: I/1-4 Marienaltar, II/147 Auferstandener, III/7 Maria, III/97 Georg, III/105 Johannes, III/119 Katharina, III/133 Walburga; - Foto vom EOM: Modell von Johannes Ev.; - Huber, J., Stadtpfr.: Die St. Paulskirche in München. Festschrift zur Einweihung am 24.6.1906; - Pionier 4/6 (1912), S. 44; - Scheuber, J. In: Der Gral. 10/8 (1916), S. 403; - Doering, O.: Georg Busch. (1916), S. 55, 57; - Kreitmaier, J, SJ: In: CK XVIII /5 (1922), S. 69; - Schmid, M. A. (Hg.): St. Paul in München. Lindenberg 2010, S. 26, 29, 32, 85 f.;- Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 50, Abb. 66, 184, 185.