Christkönig, Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod

Bildbeschreibung
Jahr: 1908
Ort: Eichstätt
Standort / Besitz: Dom
Verbleib: erhalten
Material: Kalkstein
Maße in cm: 250x190
Art: Figur, Denkmal
Werkgruppe: S1 Bischofsdenkmal
Werkgeschichte: Der Bischof beauftragte Busch zu seinen Lebzeiten (1900/01) mit dem Denkmal und legte selbst die Gestaltung fest. Es gab Vorarbeiten, vier hochformatige Entwürfe mit Reliefs von Christkönig, Bischof und Engel. Ein Gipsentwurf ist vorhanden, drei wurden 1998 vom EOM fotografiert. - Bischof und Engel wurde jedoch am Denkmal auf zwei Seitenteilen vollplastisch gestaltet. Das Gipsmodell befindet sich im Domschatz- und Diözesanmuseum Eichstätt, Inv. Nr. 1999/1..
Auftraggeber: Bischöfliches Domkapitel, Komité.
Ikonographie / zum Dargestellten: Bischof von Leopold Freiherr von Leonrod (1827-1905), ein gebürtiger Groß-Steinheimer, hatte 1876 Georg Busch gefirmt. Busch warb ihn als Mitglied des Albrecht-Dürer-Vereins und der Dt. Gesellschaft für christliche Kunst. Bischof Franz Leopold war fast 40 Jahre im Amt.
Werkbeschreibung: Das Epitaph aus französischem Kalkstein ist an einem Wandpfeiler der Nordseite des Domes weiter oben angebracht. Es ist dreiteilig. In der erhöhten Mitte unter einem Baldachin stellte Busch den thronenden Christkönig dar. Christi rechte Hand ist segnend erhoben, die Linke hält die Weltkugel. Zu seiner Rechten kniet, in kleinerem Maßstab gehalten, im Vollrelief der Bischof in vertrauensvollem Gebet; ihm gegenüber auf der anderen Seite ein Engel, der ins Knie gesunken zwei Wappenschilde vorzeigt, das Bischöfliche und das von Leonrod´sche Wappen. Die Inschrift am Denkmal lautet: „Dies irae / Salva me, fons pietatis. / Rex tremendae majestatis, / qui salvandos salvas gratis.“ (Am Tag des Gerichts rette mich du Quell der Frömmigkeit, König unglaublicher Majestät, der du die zu Errettenden ohne Gegenleistung rettest.) Oscar Doering bemerkt 1916 zu dem Kunstwerk: „In dem Leonrod-Denkmal verkündet sich die Monumentalität wie die Intimität, der Idealismus wie der Realismus der Kunst Georg Buschs mit gleicher Stärke. Wer für erstere größere Neigung hat, wird mehr die Christusgestalt und den Engel, wer für letzteres, mehr die Bischofsfigur, dieses Meisterwerk der Porträtkunst, bewundern. Wer gewöhnt ist, jedem jener Elemente sein Recht zuzugestehen, wird das Leonrod-Denkmal als ausgezeichnete, vollkommen in sich ausgeglichene Leistung anerkennen. Es steht künstlerisch auf gleich hoher Stufe wie das Haffner-Denkmal in Mainz.“
Entwürfe: Vier Entwürfe für das Denkmal gingen voraus, die der Bischof zu seinen Lebzeiten mit Busch besprach. Siehe "Christkönig, Bischof v. Leopold, Entwürfe".
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Werkkartei; - Fotos NL: Album IV/14-17; - Fotos von EOM: 3 Entwürfe hochformatig; - Eichstätter Volkszeitung 31, 121 (26. 5.1908), S. 1 f.; Beilage zum Katholischen Volksblatt Nr. 23 (1908), S. 3f.; - CK IV/3 (1907/08), S. 219 und Mader, F.: Das Grabdenkmal für Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod. In: CK V/1 (1908/09), S. 17 f. u. 179; - Die Kunst unserer Heimat 6,10 (1912), Tafel 61; Doering, O. In: Arte cristiana, II, Nr. 8 (1914), S. 231; Doering, O.: Georg Busch. München, 1916, S. 67, Abb. 66 und 67; Geitner, A. in: Das christliche Grabmal, München 1922, S. 53; - Dressler, W. O.: Kunsthandbuch. Berlin, 1930 II, S. 143; - Kirchenführer Nr. 527: Der Dom zu Eichstätt. 1950, 10.Aufl.1983, S. 19; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 45, Abb. 50.