Bischof Konrad Martin

Bildbeschreibung
Jahr: 1916
Ort: Paderborn
Standort / Besitz: Dom, Engelkapelle
Verbleib: erhalten
Material: Stein, Marmor
Maße in cm: Figur 130x151x59
Art: Figur, Reliefs
Werkgruppe: S1 Bischofsdenkmal
Werkgeschichte: Die Errichtung des Denkmals für den von allen Bistumsangehörigen hochverehrten Mann wurde durch deren freiwillige Spenden ermöglicht. Busch notierte 1915: „1913 Entwurf für das Grabmal des Bischofs Martin.“ Aus dem für einen Entwurf des Werkes eröffneten Wettbewerb der DG ging Busch als Sieger mit einem Relief-Epitaph hervor. Doch Busch hatte noch einen zweiten Entwurf eingereicht, der wegen des Materials nicht den Bestimmungen des Wettbewerbs entsprach. Die Jury entschied sich für den zweiten Entwurf (s. Lit.: Trampe in CK X). Am 24. Januar 1916 wurde Bischof Konrad Martins Sarg vor Zeugen aus dem vermauerten Grab im Mittelschiff in die westliche Nische der Engelkapelle überführt, wo nach Renovierung das Grabmal im September 1916 aufgestellt wurde.
Auftraggeber: Domkapitel mithilfe freiwilliger Spender
Ikonographie / zum Dargestellten: Bischof Konrad Martin (1812-1879) war einer der gelehrtesten Theologen seiner Zeit. Sein unerschrockenes Auftreten für die Rechte der Kirche verursachte zur Zeit des Kulturkampfes seine Einkerkerung. Nachdem er sich ihr durch die Flucht entzogen hatte, lebte er erst in Holland, dann in Belgien unerkannt 1876 bis zu seinem Tod 1879. Seine Leiche wurde später im Paderborner Dom beigesetzt.
Werkbeschreibung: Hiltz beschrieb 1916: „Das Denkmal ist aus dem warmtönigen Untersberger Marmor hergestellt. In seinem Stile passt sich das Denkmal der aus der Barockzeit stammenden Kapelle in freier Art an. Es zeigt den Bischof in Lebensgröße auf einem gestelzten Sarkophage kniend, in den Händen ein kleines Kruzifix, auf das sein Blick voll innigen Vertrauens gerichtet ist.“ Karl Busch notierte in seiner Kartei: „Sprechend ähnlich nach aller Urteil. Allgemeingültiges Kunstwerk, das ‚In Betrachtung des Gekreuzigten‘ heißen könnte. In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Die großzügig einfache Faltenpyramide gipfelt im Kopf. Konzentration auf diesen allein, die Sockelreliefs sind absichtlich flüchtiger.“ Diese zieren den Sakrophag. Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Bischofs. Der gewählte Vers lautet: Haec est victoria quae vincit mundum fides nostra. 1 Joh. 5,4 (Das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube.)
Quellen/Literatur: Werkkartei; -Fotos NL: Album IV/29-45, VII/405-406, 424; - Fotos von EOM 1998: 1. und 2. Entwurf für den Wettbewerb; Trampe, A.: Wettbewerb für ein Denkmal im Paderborner Dom. In: CK, X (1914/15), Beiblatt S. 26; - Paderborn (Preismitteilung des Wettbewerbs). In: Die Kirche XI/3 (3. 1914), S. 75; - Ein Denkmal im Paderborner Dom. In Reichsbote, Berlin (8. 2. 1914) und in Bauwelt, Berlin (19.2.1914); - 2. Jahresbericht des Diözesan-Museums-Vereins der Diözese Paderborn über 1913 und Dr. Fuchs in: 5. Jahresbericht über 1916 (1. 11. 1917), S. 35 ff.; - Staudhamer, S.: In: Jahresmappe der DG (1917), S. 11, Tafel VI; - Doering, O.: Georg Busch. München 1916, S. 73, Abb. 70 und 71; - Westfälisches Volksblatt Paderborn 1916 298/1, S. 3; - Paderborn. In: Kölnische Volkszeitung 57/882 (2. 11. 1916), S. 2; - Hiltz, W. in: Bayer. Kurier (12. 11. 1916); - Doering, O.: Das Denkmal Konrad Martins im Dome zu Paderborn. In: Allgemeine Rundschau München 14/4 (27.1.1917), S. 62; - Ders.: In: Deutscher Hausschatz 43/18, (1917), S. 655 ff.; - - Staudhamer, S. In: 25. Jahresmappe der DG (1917), S. 11, Tafel VI; - Doering, O.: In: Allgemeine Rundschau München 14/ 4 (1917), S. 62; - In CK XVIII/6 (1922) Beiblatt S. 74, Abb. S. 78; -Katalog der DG-Jubiläumsausstellung 1922, S. 8, Nr. 104, Abb. 13; - Rothes, W.: Georg Busch. In: KdV 50 (1923), S. 22; - Münch, R. In: Alte und neue Welt, 71. Jg. (1937), S. 556 ff. und Doering . 62. Jg. (1927), S. 99 m. Abb.; - Zum 50. Todestag des Bekennerbischofs Konrad Martin. In: Bonifatiusblatt 78/4 (1929), S. 91, Abb. S. 89; - Dresslers Kunsthandbuch. Berlin, 1930 II, S. 143: - Münch, R.: In: Alte und neue Welt 71/9 (1937) Nr. 12, S. 556-559, Abb. S. 560; - Stiegemann, Chr.: Die Kapellen am Dom Paderborn. Regensburg 2009, Schnell Kunstführer Nr. 2725, S. 37 f.; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch, S. 50, Abb. 64.