Schutzmantelmadonna

Bildbeschreibung
Jahr: 1916
Ort: Weilheim/Obb.
Standort / Besitz: Töllernkirche
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: 95x84
Art: Figur
Werkgruppe: S6b4 Darstellungen von Maria
Werkgeschichte: Als Pendant zur Figur “Herz Jesu Friedensfürst” von 1915 [s. S6a4] schuf Busch die Statue für die rechte Seitenwand vor dem Altarraum der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu Weilheim/Obb. - Heute steht die "Schutzmantelmadonna" ohne das Retabel des Strahlen- und Engelkranzes in der kleinen alten Kirche zu Töllern im Norden von Weilheim. Möglicherweise ist das Retabel wie der Friedenkönig im Depot.
Auftraggeber: Pfarrer Damrich, DG-Mitglied.
Werkbeschreibung: Maria (ohne Jesuskind) breitet mit ihren Händen den Mantel weit aus, der in einem Halbrund fällt. Der schlanke Körper bildet die Senkrechte, welche durch eine leichte S-Kurve und die schlichten Falten des Gewandes der Figur Anmut verleiht. Die "Schutzmantelmadonna" trägt eine goldene Krone, die durch ihre halbrunde, geschlossene Form nicht auffällt. Sie trägt einen blauen Sternenmantel und ein weißes Unterkleid mit dem symbolischen Motiv der goldenen Ähren. In freier Anlehnung an den Barockstil war ein Retabel aus Strahlen, silbernem Gewölk und zwölf Engelsköpfen gestaltet, vor der die Figur an der Kirchenwand auf einer Konsole stand. Auf dem Sockel stand geschrieben: „O Mutter der Barmherzigkeit schütz deine Kinder allezeit.“
Repliken: 1920: Die Schutzmantelmadonna (signiert 1920) stand als 1 m hohe Replik in der Kapelle der deutschen Vinzentinerinnen in CH Tafers. Seit der Auflösung des Hauses 2004 befindet sich die Figur in Tafers in Privatbesitz. Die Schutzmantelmadonna hat hier ein weißes Gewand ohne Ähren und einen hellblauen Mantel. Die Krone wurde später ersetzt durch einen Nimbusreif. - Für St. Wendel, St. Wendelin, wünschte sich 1924 Pfarrer Heibges eine "Rosenkranzmadonna", die bei Prozessionen mitgetragen werden konnte. Busch umgab die 56 hohe Schutzmantelmadonna mit einem senkrecht sie umgebenden runden Rosenkranz (Druchmesser 60 cm).
Abgüsse: Ein größerer Bronzeguss (93 x 82 cm) steht seit 1929 auf der Säule am Grab der Marianischen Jungfrauenkongregation Neuhausen auf den Münchner Westfriedhof Nr. 30-3-387/396 [s. S7a]. - 1926 kam laut Werkkorrespondenz ein elfenbeinfarbener Gipsguss (64 x 50 x 18 cm) an das damalige Zisterzienser-Kloster in Bronnbach bei Wertheim. Dieser ist verschollen. - Seit ca. 1924 gab es die "Schutzmantelmadonna" als Kleinplastik aus weißem, getöntem oder polychromierten Gips oder Hartgussmaterial, sowie aus Porzellan, 27 cm hoch.
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Fotos NL: III/20-21, VII/ 304, Kleinplastik III/1; Foto EOM: Modell, H46; - Doering, O. in CK XII/9 (1915/16), Beil. S. 29; - „d“: In: Weilheimer Tagblatt 49/121 (25.5.1916), S. 2; -Kreitmaier, J. SJ: In: CK XVIII/5-6 (1921/22), S. 78. – Postkarte; – Informationen: Mesner Roland Schwalb; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S.79, Abb. 140.