Madonna thronend, "die weiße Madonna"

Bildbeschreibung
Jahr: 1920 /04
Ort: Freiburg i. Br.
Standort / Besitz: St. Martin
Verbleib: erhalten
Material: Kalkstein feinkörnig
Maße in cm: 160x85x60
Art: Figurengruppe
Werkgruppe: S6b3 Darstellungen von Maria
Werkgeschichte: Die „weiße Madonna“, wie die Figur in Freiburg i.Br., St. Martin an der Rathausgasse, genannt wird, ist eine Replik der Madonna am Grab Adam Müller-Netscher [S7a].in Eltville 1904 ohne deren Retabel. Sie war von Pfarrer Knebel für eine Nische in der Martinskirche in Auftrag gegeben worden. Diese war dunkelblau und sollte mit Sternen bemalt werden. Als Retabel für die Madonna waren Strahlen aus Stein vorgesehen. Die Nische befand sich neben dem linken Seitenaltar. Sie schützte im Krieg die Madonna beim Einsturz des Kirchendaches. Nur der Teil vom Knie abwärts musste nachgestaltet werden, Klebestellen an der Figur deuten auf mehrere Brüche durch Kriegsbeschädigung hin. Die ursprünglich segnenden Finger von Jesus sind anders gestaltet worden. Die "weiße Madonna" steht heute in einer Gebetsecke der gotischen Seitenkapelle, wo sich täglich Beter einfinden. Das Anliegen Buschs, dass die Betrachter seiner Werke zum Beten kommen, erfüllt sich hier. – Ein hl. Kreuzaltar für St. Martin in Freiburg i. Br. war 1919 entworfen, konnte aus finanziellen Gründen aber nicht ausgeführt werden [s. S2].
Auftraggeber: Pfr. Knebel
Werkbeschreibung: Man sieht vom Thron nur dessen seitliche Renaissance-Lehnen in Sitzhöhe, die Rücklehne von Eltville war und ist nicht dabei. Die Strahlen sind nicht mehr vorhanden. - Die gekrönte Muttergottes mit dem Jesuskind ist vollplastisch gearbeitet. Die Krone ist reich verziert. Das Jesuskind steht auf dem rechten Bein der Mutter Maria, die mit ihrer Rechten das Kind hält. Es ist den Betrachtern zugewandt und segnet mit seiner rechten Hand, die linke hält ein Kreuz am Körper als Hinweis auf seinen Tod am Kreuz. An sein Köpfchen lehnt sich Marias Kopf. Maria strahlt eine große Innigkeit aus. Sie öffnet einladend ihre linke Hand nach vorne. Sehr fein sind die Figuren und deren faltenreiche Gewänder ausgearbeitet. Das Werk ist eine eigene künstlerische Lösung von Busch, wobei er Elemente aus der Gotik, der Renaissance und des Klassizismus verwendete.
Repliken: 1922/04: Eine Replik aus Holz steht am Altar in Dillhausen, St. Laurentius. [s. S2]
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Werkkartei; - Alte Postkarten 1931(Foto E. Baumgartner, J. Velten-Verlag, Karlsruhe Nr. 911) und nach 1945 beschädigt aufgenommen (Foto: Egon Fehrenberg sen.); - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 43, Abb. 48, 183, 210. – Informationen: Pfarrbüro und Egon Fehrenberg jun.