Kreuzigungsaltar

Bildbeschreibung
Jahr: 1921
Ort: Speyer
Standort / Besitz: St. Josef, XII. Station
Verbleib: erhalten
Material: Kalkstein
Maße in cm: Fig.H. 95
Art: Figuren
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Die Kirche St. Josef wurde 1912 bis 1914 im neugotischen Stil erbaut. Busch schuf 1914 zwei Leuchterengel an der Kommunionbank. 1916 kam von Busch die Figur des hl. Aloisius am Betstuhl dazu, 1921 der Kreuzigungsaltar zum Kriegergedächtnis, ca. 1930 der hl. Josef mit Jesus am Chorbogen rechts und 1933/38 Kreuzwegstationen. Der Kreuzigungsaltar, der eine Replik vom Grab Königsdorfer 1918 im Münchner Waldfriedhof ist, wurde als XII. Station in den Kreuzweg integriert. Alles ist noch erhalten, die Leuchterengel stehen nun im Altarraum. - Der Hochaltar stammt aus den Werkstätten von Buschs Bruder Jakob Busch in Groß-Steinheim bei Hanau, der Gnadenstuhl darin von Kollege Thomas Buscher.
Werkbeschreibung: Maria und Johannes stehen unter dem Kruzifix. Jesus ist mit drei Nägeln ans Kreuz geschlagen, seine Finger sind gekrümmt. Maria schaut flehend mit verschränkt gefalteten Händen zu ihm auf. Johannes hält die Hand vor das nach oben blickende Gesicht. Die Farben waren ursprünglich viel sparsamer angewandt. Gewand, Holz und Haar waren in gleichem, leisem, gelbbraunem Ton, Haut in Natursteinfarbe, der Grund neutrales Blau. Nun sind die Figuren vor einem matt-goldenen Hintergrund farbig gestaltet, Mantel und Gewand von Maria sind blau und rot, von Johannes rot und grün. Die Kreuzigungsgruppe ist ebenso wie die Kreuzwegstationen umgeben von einer grauen, spitz zulaufenden Steinumrahmung. Am unteren Rand der Kreuzigungsgruppe ist der lateinische Text zu lesen: „Dixit ascendam in palmam aprehendam fructus eius“ (Vulgata Hohes Lied Salomos 7,8; Einheitsübersetzung: [Ich sage:] Ersteigen will ich die Palme, ich greife nach den Rispen […]“ (AT: Hld 7,9). Es ist eine Wiedererinnerung an das Paradies. Das Hohe Lied Salomos wird mit Adam und Eva und mit dem Thema Liebe in Verbindung gebracht.
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz;- Fotos EOM: Modelle der Stationen I-II, IV, VI-VIII, X, XIII-XIV.; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 58 f.; Abb. 91, 95, 190.