Bonifatius, Petrus, Apostel, Trinität / Altar

Bildbeschreibung
Jahr: 1922
Ort: Berlin
Standort / Besitz: Päpstliche Nuntiatur
Verbleib: zerstört
Material: Eichen- und LIndenholz
Maße in cm: 265x265
Art: Reliefs, Figuren
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Nuntius Pacelli beauftragte Busch, für die Nuntiatur in einer Villa an der Rauchstraße, Berlin, einen Altar zu schaffen. Busch entwarf diesen im neoromanischen Stil. Vermutlich auf Wunsch des Nuntius glich er sich jedoch im Stil der Altargestaltung dem Rokokoraum an. Im Februar 1922 war der Altar vollendet. Der Altar verbrannte 1944 (?) im Krieg mit der Villa. Im Diözesanmuseum Freising sind zwei Entwürfe und ein Modell vorhanden. Das Modell der Tabernakeltür ist im Familienbesitz in München-Neuhausen erhalten.
Auftraggeber: Nuntius Pacelli
Ikonographie / zum Dargestellten: Aussendung der Apostel Lk 9, 1-6; - Berufung des Petrus Mt 16,18.
Werkbeschreibung: Wegen des Seitenlichtes war der Altar ganz im Holzton belassen. Braun lasiertes Rahmenwerk umschloss drei Füllungen mit Reliefs, deren helle Naturfarbe sie kräftig hervortreten ließen. Ihre leichte Tönung verhinderte hartes Abstechen und verschmolz das Ganze zu harmonischer Einheit, bemerkte Doering. Drei Reliefs waren in einem schlichten Rahmen mit Rokoko-Ornamentik. Sie zeigten die Ausbreitung des christlichen Glaubens. An der Mensavorderseite war der hl. Bonifatius dargestellt, wie er kniend von Papst Gregor II. den Auftrag zur Missionierung Deutschlands empfing: "Gregorius secundus mittit Bonifacium in Germanium" (Gregor II. sandte Bonifatius nach Deutschland.). Das Relief links von der Altarmitte stellte die Schlüsselübergabe an Petrus dar, dabei standen die Worte: „Tu es petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et portae inferi non praevalebunt adversus eam. Matth. 16,18.“(Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.) Rechts war die Apostelaussendung dargestellt und darunter der Vers zu lesen: „Euntes docete omnes gentes baptizantes eos in nomini Patris et Filii et Spiritus Sancti. Matth. 28,19“. (Geht zu allen Völkern […], tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.) Die Tabernakeltür bestand aus einem Bronzerelief mit dem Lamm Gottes auf dem Buch mit den sieben Siegeln. (Offb. 5, 1-14) Über dem Tabernakel stand in einer Nische der gekrönte Christus am Kreuz, beide Hände mit Segensgestus (je drei Finger geöffnet). Sein Haupt umgab ein Nimbus und Strahlen, dahinter sah man Engelsköpfe. Über dieser Nische war die Trinität vollendet mit der Taube des Hl. Geistes und dem Auge Gottes als oberer Abschluss des Altares. Petrus mit dem Schlüssel und Paulus mit Schwert und Schriftrolle standen als vollplastische Statuen neben Christus am Kreuz. Als die beiden entscheidenden Säulen der Kirche reichten sie sich hinter dem Kreuz die Hand.
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Fotos NL: Album I/87-91; - Doering, O.: Ein neues Altarwerk von Georg Busch. In: CK XVIII (1921/22), Beil. S. 51 f.; - Ein Altar für Berlin. In: Münchner Neueste Nachrichten (20. 3. 1922); - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 53, Abb. 187-188.