Thronende Madonna- und Herz-Jesu-Figur

Bildbeschreibung
Jahr: 1922
Ort: Dillhausen
Standort / Besitz: St. Laurentius
Verbleib: erhalten
Material: Lindenholz
Maße in cm: 112/105x64
Art: Figuren
Werkgruppe: S2b Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Das neuromanische Gotteshaus wurde nach Wunsch von Pfarrer Hesse wie eine irische Wehrkirche mit vier Rundtürmen 1898-1906 in neoromanischem Stil etwas außerhalb des Dorfes erbaut. Sie wurde erst 1920 konsekriert. Für die beiden Altäre in den Seitenapsiden schuf Busch jeweils die Figur. Auf dem rechten Altar steht eine hölzerne Replik der thronenden Madonna vom Grabmal Adam Müller-Netscher von Eltville 1904 [s. S7a]. Auf dem linken Seitenaltar steht eine Replik der thronenden Christusfigur vom Bonner Herz-Jesu-Altar 1918 [s. S2a], Architekt Rummel entwarf den steinernen Altartisch und die etwas höhere Predella aus vergoldetem Holz. Der Mittelteil mit Tabernakel tritt etwas hervor, damit die Figur darauf Platz hat. Rummels Entwürfe sind in der Werkkorrespondenz erhalten. 1993 wurden die beiden Figuren gegen Holzwurm behandelt, die Farben möglicherweise „aufgefrischt“. Die thronende Herz-Jesu-Figur von Bonn 1918 wurde auch für den Altar im Vinzentinum in CH Tafers 1919, für Birkenau 1920 und für Geseke St. Cyriakus (heute in der Marienkirche) 1926 in Holz wiederholt. Die thronende Madonna von Eltville 1904 wurde außerdem für Freiburg St. Martin in Kalkstein ausgeführt. Pfarrer Hesse überwies zus. 24 500.- M. im Oktober und November 1922. Im März waren 20 000.-M veranschlagt und genehmigt.
Auftraggeber: Pfr. Hesse über Architekt Hans Rummel, Frankfurt/M., der schon 1920 die Herz-Jesu-Figur für Birkenau vermittelte. Rummel war mit DG-Mitglied P. Otten, A Gurk, bekannt.
Werkbeschreibung: Maria trägt einen dunkelblauen Mantel über dem roten Gewand mit goldener Verzierung an der Brust. Das segnende Jesuskind mit weißem Gewand steht auf ihrem rechten Knie und trägt ein Kreuz bei sich. Die linke Hand von Maria öffnet sich dem Betrachter. Mantel und Gewand der Herz-Jesu-Figur haben etwa die gleiche rote und sanftrote Farbe wie in Bonn. Der Blick ist durch Übermalung der Augen nun nach oben gerichtet, nicht mehr geradeaus.
Repliken: Die thronende Madonna in Eltville aus Laaser Marmor von 1904 [S7a] steht als Replik in Kalkstein als die „Weiße Madonna“ seit 1920 in Freiburg i. Br., St. Martin [S6b3], aus Holz hier in Dillhausen. Thronende Herz-Jesu-Figuren kamen erstmals 1918 an den Herz-Jesu-Altar in Bonn, St. Elisabeth, außerdem 1920 nach Birkenau, Maria Himmelfahrt, 1922 nach Dillhausen und 1926 in die Stiftskirche St. Cyriakus, Geseke. [vgl. Herz-Jesu-Figuren S6a4].
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Informationen und Fotos von Kirchenvorstand Rainer Pfeifer.