Herz-Jesu-Altar

Bildbeschreibung
Jahr: 1924
Ort: Paderborn
Standort / Besitz: Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, Paderborn
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: H 362, Herz-Jesu-Figur 140x130x25, Reliefs 130x80x18.
Art: 2 große Reliefs, Figur
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Der Hochaltar für die Krankenhauskirche am Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Paderborn, wurde Mitte Mai 1924 aufgestellt auf die bestehende Mensa. Ab Ende 1921 korrespondierte die Generaloberin Sr. Hortulana mit Busch. Nach dem Senden des Fotos vom plastischen Entwurf im August 1922 erhielt Busch endgültig den Auftrag. Geschaffen wurde der Altar 1923/24. Am 1. Februar 1924 waren die Reliefs nahezu fertig, die Herz-Jesu-Figur ist signiert mit 30.I. 24. Buschs Mitarbeiter waren als Bildhauer Max und Sohn Marc Geiger, als Maler zur polychromen Fassung Adolf Beier. Der Tabernakel 37x32x40 cm war fertig, der Expositionsthronus, 65x35x31 cm, war für die Monstranz vorgesehen. Die Kirche von 1864, erweitert 1890/91, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. 1948 bis 1965 waren nur noch die zwei Reliefs und die Herz-Jesu-Figur sowie die zwei seitlichen Säulen vom ehemaligen Altar vorhanden. Die Herz-Jesu-Figur und die beiden Reliefs mit je fünf Heiligen, befinden sich heute im Treppenhaus des Konvents im 2. OG..
Auftraggeber: Generaloberin Sr. Hortulana über Prof. Dr. Fuchs, der die Zeitschrift "Die christl. Kunst" kannte (Nichtmitglied).
Ikonographie / zum Dargestellten: Ordensgründer der Barmherzigen Schwestern sind Vinzenz von Paul (1581-1660) und Louise de Marillac. Letztere ist Gründerin der filles de la charité. Sie ist mit einem zu schützenden Mädchen dargestellt, Vinzenz von Paul mit einem Kleinkind, Johannes von Gott mit einem Armen. Dieser ist der Stifter des Ordens der Barmherzigen Brüder. Der Kapuziner Camillo de Lellis gründete die Kamillaner. Bischof Liborius ist der Schutzheilige des Bistums Paderborn. Am Abtstab der hl. Gertrud von Nivelles klettert eine Maus hoch, denn durch ihr Gebet wurde eine Mäuseplage beendet. Die Taube des Hl. Geistes berührt mit dem Schnabel das Haupt der Teresia von Avila. Margaretha Alacoque war Erneuerin der Herz-Jesu-Verehrung.
Werkbeschreibung: Auf dem halbrund abgeschlossenen Retabel des Altars stand ein Kreuz. Die Tabernakeltür mit dem Motiv Verkündigung des Herrn war eine Replik von Berlin Ss.Corpus Christi 1917 [s. S3], auf die Rückseite schuf Busch Cherubim. Darüber war ein Expositionsthronus für die Monstranz. Darüber stand Christus als Herz-Jesu-Figur auf einem Sockel mit fünf Engelsköpfchen. Zu den waagerecht ausgebreiteten Armen bemerkte Busch: "die Arme weit ausbreitend, alles an sich ziehend". Es ist das VII. Herz-Jesu-Motiv von Busch. Der Nimbus reichte bis zu einem halbrunden Bogen mit sieben Engelsköpfen. Links und rechts neben Christus, unter seinen ausgebreiteten Armen, waren je fünf Heilige der tätigen Nächstenliebe in einem Relief abgebildet, links fünf weibliche und rechts fünf männliche Heilige. Darunter waren sie benannt: Links „S. Margarita Allac. S. Teresia. S. Gertrudis. S. Louise de Marillac. S. Elisabeta. orate pro nobis.“ Unter der rechten Figurengruppe stand geschrieben: „S. Carolus Borromäus. S. Liborius. S. Iohannes de deo / S. Vincentius de Paulo. S. Camillus de Lellis. orate pro nobis.“
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Fotos NL: Album I/92-94; - Staudhamer, S.: Neue religiöse Werke. Georg Busch. In: CK XX/10 (7.1924), Beilage S. 45; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 55, Abb. 70.