Bischof Michael Felix Korum

Bildbeschreibung
Jahr: 1924
Ort: Trier
Standort / Besitz: Dom
Verbleib: erhalten
Material: Kalkstein
Art: Relief, Figur
Werkgruppe: S1 Bischofsdenkmal
Werkgeschichte: Busch erhielt am 30.11. 1922 den Auftrag für das Denkmal des Bischofs Korum im Trierer Dom und erhielt dafür Fotos vom Bischof. Am 16.2.1916 war Busch bei Bischof Korum zu Besuch. Als das Denkmal 1923 noch in Arbeit war, berichtete Oscar Doering im "Wächter": "Gerade bei Buschs Porträtwerken [...] tritt das geistige Element überragend hervor." - Busch sandte im Folgejahr 1925 noch zwei Gipsbüsten von Bischof Korum nach Trier ab. Das Provinzialmuseum Trier sollte eine (für Bronzeguss) bekommen, der Bonifatiusverein des Priesterseminars die andere. In Trier ist keine Büste auffindbar. Eine Gipsbüste von Bischof Korum befindet sich im Depot des Diözesanmuseums Freising.
Auftraggeber: Domkapitel
Ikonographie / zum Dargestellten: Michael Felix Korum (1840-1921) war Professor für Kirchengeschichte, dann am Priesterseminar für Dogmatik und Exegese, bevor er 1881 Bischof von Trier wurde. Er wurde von Papst Leo XIII. zum Päpstlichen Thronassistenten erwählt und erhielt das Pallium. Er leistete Wiederaufbau von Pfarreien und Klöstern nach dem Kulturkampf, führte die Wallfahrt zum Trierer Rock ein und war ein volksnaher Oberhirte. 40 Jahre lang war er Bischof seiner Diözese.
Werkbeschreibung: Im neoromanisch gestalteten rechteckigen Denkmal für Bischof Korum (1840-1921) tragen zwei seitliche Säulen mit Löwenfuß einen halbrunden gemusterten Bogen, unter dem der Bischof kniet, die Hände an seinem Bischofsstab gefaltet. Die Mitra steht links auf einem Kissen vor ihm. Christus ist an der Rückwand links im Relief dargestellt, rechts Petrus mit zwei Schlüsseln. Die von Christus gehaltene geöffnete Bibel zeigt den lateinischen Text mit dem Vers Offb 3,21: „Qui vicerit, dabo ei sedere mecum in throno meo: sicut et ego vici, et sedi cum Patre meo in throno eius“ (Jedem, der siegt, werde ich gewähren, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich gesiegt und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.). Unter Name und Daten des Bischofs steht der Spruch aus Jesus Sirach 50,9: „Quasi ignis effulgens et tus ardens in igni. Eccli 50,9“ (Wie ein hellleuchtendes Feuer und wie brennender Weihrauch im Feuer.) - Auf dem Rauchmantel des Bischofs ist am Rücken eine eigene Darstellung der Trinität zu sehen. [s. S6e1] Nach Doering 1924 ist „dem Künstler über die bloße äußere Porträtierung des Bischofs hinaus die höhere Aufgabe gelungen, den Einzelfall ins Allgemeine zu steigern, den betenden Bischof zum Vorbild des glaubenstreuen Kämpfers Christi überhaupt zu machen. Um die Verdienste des Bischofs Korum noch im besonderen zu verdeutlichen, hat der Künstler die beiden Reliefs in den Zwickeln hinzugefügt. Das eine spricht von der Verleihung des Pektorale an den Bischof durch Papst Leo XIII., das andere von der Wiedereinführung der Verehrung des hl. Rockes. Beide Ereignisse sind nur angedeutet. […] Das Trierer Denkmal des Bischofs Korum stellt sich neben sie [Buschs andere Bischof-Denkmäler, d. Verf.], den besten dieser Leistungen ebenbürtig, eine hervorragende Tat moderner Plastik.“
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - WErkkartei; - Fotos NL: Album IV/46-48, VII/407; - Doering, O. In: Der Wächter 1923, S. 349; - Rothes, W.: Georg Busch. In: KdV 50 (1923), S. 24; - Doering, O. In: Trierische Landeszeitung, 50/127 (31. 5. 1924), 3. Beilage; - Studienrat Irsch: Die Bischofsdenkmäler im Trierer Dom. Zur heutigen Einweihung des Korum-Denkmals. In: Trierische Landeszeitung 50/149 (28. 6. 1924), 1. Beilage; - Adolf Prohaska S. J. In: Leuchtturm v. 1. 2. 1926, 19. Jg., S. 321 ff. ohne Erwähnung Buschs; - Doering, O. In: Alte und neue Welt 62 (11. 1927), S. 98; - Das Grabmal des hochseligen Bischofs im Trierer Dom. In: Nach der Schicht, 27/34 (1931), S. 535; - busch-Hofer, Lindenberg, 2013, S. 50, Abb. 65.