Friedenskönigin auf Säule

Bildbeschreibung
Jahr: 1924
Ort: Gau-Algesheim
Standort / Besitz: Säule vor der Kirche
Verbleib: erhalten
Material: Kalkstein
Maße in cm: H 150 (164), Sockel 35, Modell 115 cm
Art: Figur
Werkgruppe: S6b3 Darstellungen von Maria
Werkgeschichte: Links von der monumentalen Freitreppe zur Kirche von Gau-Algesheim bei Bingen erhebt sich eine Säule, auf der die 1,50 m hohe Steinfigur der Friedenskönigin steht. Sie war 1924 ein Weihegeschenk für die glückliche Heimkehr der deutschen Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft und zugleich eine Erinnerung an das lange Wirken des Bischofs als Pfarrer der Gemeinde. – Vier Entwürfe für dieses Kriegerdenkmal sind bekannt: 1. und 2. in einer Nische, 2. mit freiem Arm, 3. und 4. auf der Säule. Bereits im Februar 1917 war Busch in Gau-Algesheim wegen des Auftrags für eine Madonna (s. Familienbote). Ein weiterer Auftrag für ein Kriegerdenkmal an anderer Stelle wurde wegen (Orts-) Änderung 1930 aufgegeben.
Auftraggeber: ehem. Pfarrer, nun Bischof.
Ikonographie / zum Dargestellten: Maria trägt einen Ölzweig als Symbol des Friedens.
Werkbeschreibung: Die Figur ist von Umweltschäden betroffen. Die Madonna ist als Königin mit Krone dargestellt; auf ihrem linken Arm trägt sie das Jesuskind mit der Weltkugel, das sich an die Mutter schmiegt, welche in ihrer Rechten den Ölzweig trägt. Maria steht auf der Mondsichel, die aus Wolken hervorragt. Auf dem Sockel der Figur ist das Wort: „Pax“ (Friede) zu lesen und die Denkmalinschrift unten an der Säule lautet: „Mariae Reginae Pacis“. - Busch schrieb dem Pfarrer über die Gestaltung: „Mit dem Entwurf habe ich mich nach dem klassischen Charakter der Säule gerichtet. Die Madonna mit dem Jesuskind reicht den Ölzweig dar als Friedenskönigin. In der Form habe ich die Figur breit gehalten, damit sie die Säule mit entsprechender Ausladung bekrönt. Die Draperie lässt eine gute Bewegung mit fließenden Linien hervortreten, sodass sie ringsherum wohlgefällig auf der Säule steht. […] Ich habe einfache Linien und Formen gewählt und vor allem eine friedvolle, liebliche Empfindung angestrebt, die auf das Volksgemüt ebenso einwirken kann.“
Repliken: 1925 wurde das Modell der Friedenskönigin wieder verwendet für eine 1,50 m hohe Stein-Skulptur auf dem hohen Sockel für Botschafter Mayer im Münchner Westfriedhof Nr. 1-1-1. [s. S7a]
Abgüsse: [s. S7a]: 1925 kam eine gleiche, 1,60 m hohe Friedenskönigin aus Bronze auf das Familiengrab Vollmar in Bonn, Nordfriedhof. Sie ist noch gut erhalten und überragt auf dem ca. 2 m hohen Grabmal die anderen Gräber. - Kleinere Bronzegüsse kamen 1925 nach Hamm an das Grabmal Wellstein, 1926 in 75 cm Höhe nach Münster an das Grabmal für Univ. Prof. Dr. Alois Meister sowie 1942 aus Zinkguss (95 x 22 cm) auf den Münchner Westfriedhof (4-14-3) an das Grabmal Wimmer.
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Werkkartei; - Familienbote; - Fotos NL: Album III/26-34 Entwürfe, 35-37 Modell; - (ohne Autor): Das Denkmal der Friedenskönigin bei der kath. Pfarrkirche zu Gau-Algesheim und sein Schöpfer Prof. Gg. Busch, München. In: Rheinischer Volksbote 56/31 (27.5.1924), S. 2; - Schnell, Hugo: Bildhauer Georg Busch. In Regensburger Marienkalender 73 (1938), S. 46f. m. Abb.; - Informationen und Fotos: Hr. Wantzen; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, s. 79, Abb. 115, 141.