Josef-Altar

Bildbeschreibung
Jahr: 1926
Ort: Geseke i.W.
Standort / Besitz: St. Cyrakus
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: Releifs100x75x10, Josef m. Jesus 110x60x40
Art: Reliefs, Figur
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Georg Busch schuf für die rechte Seitenapsis in der gotischen Stiftskirche St. Cyriakus einen Josef-Altar. Der östliche Teil der Kirche ist noch romanisch. In die Apsis passte Busch einen halbrunden Altar mit Retabel ein. Probst Steimann der Gaukirche zu Paderborn war bei seiner Anfrage für eine Herz-Jesu-Statue bei Busch von der allgemeinen Bewunderung des Josef-Altars in Geseke angeregt: „Schade, dass die Arbeit nicht gleichzeitig mit dem herrlichen Hl. Josef Altar in Geseke, der von allen, die ihn sehen, bewundert wird, bestellt werden konnte. Ich weiß nicht, ob ein so gefeierter Künstler eine so kleine Arbeit übernimmt.“ Das gesamte Retabel vom Josef-Altar wurde entfernt. Die Figurengruppe Josef mit Jesusknabe, der Scheintabernakel mit dem Kruzifix und der rotmarmorne Altartisch darunter blieben erhalten, ebenso die nun einzeln an der runden Apsiswand hängenden Reliefs, leider ohne die lateinischen Bitten, welche unter den Reliefs zu lesen waren. Der Teil der Rückwand, die ehemals hinter der Figurengruppe war, bildet nun die Rückwand der Gnadenpietà in derselben Kirche. [Altar der Gnadenpietà 1931] 2002 wurden die Reliefs vom Holzwurmbefall befreit, 2003 wurden sie gefestigt, gereinigt und geringfügig retuschiert.
Auftraggeber: Probst von St. Cyriakus
Werkbeschreibung: In der Mitte des Josef-Altares steht die Skulptur des sitzenden hl. Josef, der zu dem rechts von ihm stehenden etwa 8-jährigen Jesusknaben blickt. Beide halten eine Schriftrolle auf Josefs Schoß geöffnet. Der Scheintabernakel unter der Figurengruppe ist mit einem Bronzekruzifix und Ornamenten geziert. Beiderseits der mittleren Figurengruppe waren in das Retabel je zwei oben abgerundete Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Josef eingepasst. Neoromanische Ornamentleisten gaben eine Verbindung der Reliefs, die mit einem Bogen über Josef und Jesus unterbrochen war Unter den Reliefs waren auf lateinisch Fürbitten zu lesen, die sich auf die Darstellungen bezogen. Die nun ohne die Bitten an der Wand hängenden Reliefs zeigen von links die Vermählung mit Maria (die Bitte: lautete: Prosequere nos nupturientes, d.h. Begleite uns Brautleute), die Flucht nach Ägypten (die Bitte war: Protege nos exulantes, d.h. Beschütze uns in der Verbannung), die Hl. Familie bei der Arbeit, der Jesusknabe hält Josef einen Balken an der Werkbank, Maria sitzt am Spinnrocken (die Bitte war: Edoce nos laborantes, d.h. Lehre uns Arbeitende), und Josefs Tod (die Bitte war: Adjuva nos morientes, d.h. Steh uns bei in der Sterbestunde). Beim letzten Bild spielen hinter einem symbolisierten Wolkenband zwei Engel Laute, und einer hält die Krone bereit. Links neben der Seitenapsis mit dem Josef-Altar stand eine thronende Herz-Jesu-Figur von Busch mit rundem Retabel auf einer Marmorsäule. [s. S6a]
Quellen/Literatur: Werkskorrespondenz; - Werkkartei; - Fotos NL: Album I/97-111; - B.: In: Bayer. Kurier 173 (22.4.1926); - Doering, O.: Ein neues Werk von Prof. Gg. Busch. In: Bayer. Kurier 124 (4. 5. 1926); - Ders.: Der neue St. Josephs-Altar in Geseke. In: Westfälisches Volksblatt 152 (1. 6. 1926); - Rothes, W.: Münchner Kunst in Westfalen. In: Bochumer Volkszeitung 105 (7. 5. 1926); - Probst Steimann von Paderborn, Gaukirche: Brief mit Anfrage einer Herz-Jesu-Statue (16. 8. 1926). - Kinderpater Karl: Die Macht des hl. Joseph. In: Monatsblätter der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria 37/3 (3. 1939), S. 89-91; - Informationen von Pfr. Gerald Häringhaus 2005; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 55, Abb. 71-72.