Beweinung Jesu III

Bildbeschreibung
Jahr: 1936 /22
Ort: PL Rudno / Gliwice (ehem. Rudnau)
Standort / Besitz: Friedhofskapelle
Verbleib: erhalten
Material: Laaser Marmor
Maße in cm: 90x142
Art: Figurengruppe
Werkgruppe: S7a Grabmäler
Werkgeschichte: Busch schuf 1936 die Replik der Beweinungsgruppe vom Bamberger Dom [s. S2] aus Marmor für die Gruftkapelle von Graf und Gräfin von Ballestrem in Rudnau/Oberschlesien. Am 18. Sept. 1935 war er beim Graf von Ballestrem im Schloss Plawniowitz. 1978 war Skulptur und Sockel mit dem Allianzwappen des Ehepaares noch in der Gruftkapelle, vor 1985 kamen sie in die Friedhofskapelle. -- Die Beziehung der Grafen von Ballestrem zu Busch: Bei der Katholiken-Generalversammlung 1892 in Mainz sprach ein Graf von Ballestrem, erster Vizepräsident des deutschen Reichstages und Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, im Ausschuss für christliche Kunst über die allgemeine Lage, bevor dort der Antrag zur Gründung der Dt. Gesellschaft für christliche Kunst gestellt wurde, die Busch initiiert hatte.
Auftraggeber: Graf und Gräfin Nikolaus und Anna von Ballestrem vom Schloss Plawniowitz bei Rudnau / Gleiwitz.
Ikonographie / zum Dargestellten: Schloss Plawniowitz bei Rudnau in Schlesien war seit Mitte des 18. Jh. Familiensitz der Familie Ballestrem. Nikolaus (1900-1945) Graf von Ballestrem und Anna (1901-1965), geb. Gräfin Walderdorff, heirateten 1927 und ließen Anfang der 1930er Jahre Kirche und Familiengruft in Rudnau erbauen. Sie gaben Busch den Auftrag zu der Marmorgruppe. 1944 musste die Familie fliehen, der Besitz wurde enteignet
Werkbeschreibung: Die Beweinungsgruppe ist wie das Original in der Nagelkapelle des Bamberger Domes breit angelegt. Jesus liegt auf Marias Schoß, die traurig in Jesu Antlitz blickt. Johannes stützt kniend den Oberkörper und Kopf, Magdalena die Beine, über die sie sich weinend beugt. – Die zwei in Marmor gemeißelten Wappen am Sockel sind das doppelte Wappen (Allianzwappen) von Nikolaus Graf von Ballestrem (links) und Anna, geb. Gräfin Walderdorff (rechts).
Abgüsse: Ein Bronzeabguss von der Bamberger Beweinungsgruppe von 1922 befindet sich im unteren Friedhof in CH Rebstein, gegossen 1936 von der Gießerei Brandstetter, München. Ein Gipsabguss H 98, B 148, T 46 cm, dat. 1936, wurde am 2.6.2018 in der 1. Kunstauktion im Sommerkeller Schönberg, Passau, angeboten.
Quellen/Literatur: Foto von 1978 über Kontakt von Buschs Tochter Maria Vollmayr zu Familie Ballestrem; - Informationen von Nikolaus Ballestrem, Ballestremsches Firmen- und Familienarchiv Berlin.