Martin Greif

Bildbeschreibung
Jahr: 1894
Ort: München-Neuhausen
Standort / Besitz: Privatbesitz
Verbleib: erhalten
Material: Hartguss
Maße in cm: lebensgroß
Art: Halbfigur
Werkgruppe: P2 Porträts
Werkgeschichte: Der Dichter Martin Greif war bereit, sich auf Bitte von Busch Ende 1893 porträtieren zu lassen. - Im Dez. 1893 schrieb Greif an Busch: „Hier möchte ich aber Ihnen noch versichern, dass ich in Ihrem Atelier nur schöne Stunden verbracht habe, was ich immer in der Erinnerung behalten werde. Möge sich, wenn dieser Rausch des Naturalismus einmal vorüber und meine Muse wieder mehr zu Ehren kommt, eine gediegene Ausführung der Büste würdige Verwendung für dieselbe finden.“ - Eine Halbfigur Martin Greifs aus terrakottafarbenem Hartgips steht in München-Neuhausen im Busch-Haus. Die Abbildung zeigt möglicherweise das Tonmodell. Busch schenkte dem Dichter einen bronzierten Hartgipsabguss einer Büste, dem oberen Teil der Halbfigur. - Die Geburtsstadt Speyer erbte Martin Greifs Nachlass. Seit 2011 ist in Speyer in der Inneren Pfaffengasse 22 über dem Museum SchPIRA eine Martin-Greif-Stube eingerichtet. Dort steht die bronzierte Büste Martin Greifs auf ihrem Sockel. - Busch führte dieses Werk zusammen mit der 1895 naturalistisch ausgearbeiteten Büste von Emilie von Ringseis als Beispiel seiner Porträtkunst an. [Hg. W. Zils, 1913]
Auftraggeber: Anfrage von Busch
Ikonographie / zum Dargestellten: Friedrich Hermann Frey, alias Martin Greif (1839-1911) aus Speyer zog mit den Eltern nach München. Er trat nach dem Abitur ins Militär ein, um Offizier zu werden. Ab 1867 war er freier Schriftsteller in Wien, ab 1880 in München. Sein Grab ist in Zangberg-Palmberg bei Mühldorf.
Werkbeschreibung: Martin Greif trägt einen Schnurrbart. Den Gehrock über der Weste, die Arme nach hinten, so stellte Busch den gewichtigen Dichter als Halbfigur dar. Die Knöpfe sind an der Halbfigur ausgeführt, nicht bei der Büste, die nur mit Ärmelansatz, Schlips sowie mit einem Teil von Weste und Gehrock auf einem Sockel steht.
Abgüsse: Zwei Abgüsse aus Hartgips wurden verkauft nach Kassel und Leipzig. Sie sind verschollen.
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Foto NL: V/80-83, VII 511; - H. W.: Die Kunst für alle 15/4 (15. 11. 1899), S. 84; - Busch, G.: Selbstbiographie. In: Zils, W. (Hg.): Geistiges und kulturelles München in Selbstbiographien. München, 1913, S. 46; - Doering, O.: Georg Busch München, 1916, S. 78, Abb. 76; - Gotzes, Aug.: Porträtbüste Martin Greif. In: Düsseldorfer Nachrichten (14. 4. 1944); - Scheuber, J. in: Der Gral 10/8 (5. 1916), S. 399.