Herz-Jesu-Altar mit Engeln

Bildbeschreibung
Jahr: 1919
Ort: CH Tafers
Standort / Besitz: Vinzentinum
Verbleib: verschollen
Material: Holz
Maße in cm: H ~100
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Deutsche Vinzentinerinnen eröffneten 1920 in Tafers ein Kloster, wo Schwestern bis 2004 ein Internat führten. Busch war seit 1886 Mitglied der Vinzenz-Bruderschaft, vielleicht kam daher der Auftrag. Pater Gabriel Vollmar, OSB, geistlicher Leiter der Vinzentinerinnen in Tafers, bestellte für Kapelle einen Herz-Jesu-Altar mit den Ordensgründern sowie eine Replik der "Schutzmantelmadonna" von 1916 [S6b4] und des hl. Aloisius am Betstuhl [S6d) sowie weitere Werke für das Haus, ein "Wohnzimmerkreuz" [S6a2], sowie Repliken von Mater Amabilis 1913 [S6b3], Immaculata 1918 [S6b4] und Betendes Mädchen [P3]. Alle Werke sind mit der Jahreszahl 1919 signiert bis auf die mit dem Jahr 1920 signierte Schutzmantelmadonna. - Verbleib: Nur die beiden Gründerfiguren des Vinzenz von Paul und der Louise de Marillac vom Altar und das „Wohnzimmerkreuz“ nahmen die Vinzentinerinnen 2007 mit in ihr Provinzialat in Köln. Die anderen Werke wurden verkauft und zum Teil weiterverkauft: In Privatbesitz in Tafers befindet sich die "Schutzmantelmadonna". Die Krone war schon in der Kapelle durch einen Reif ersetzt; ob von Busch so geliefert, ist unklar. Die Figur des hl. Aloisius am Betstuhl ist seit 2011 in Benediktbeuern. Eine nur lasierte Figur der Immaculata kam 2011 in die Pfarrkirche St. Martin in Tafers, wo schon seit 1922 eine Weihnachtskrippe von Georg Busch geschätzt wird. Die thronende Herz-Jesu-Figur, mit den zwei Engeln vom Altar ist durch Weiterverkauf an den Handel verschollen, auch der Tabernakel [s. S3a Berlin 1917] sowie eine Replik vom Betenden Mädchen. Die Statue Mater Amabilis verschenkte der Auftraggeber (i.A.) P. Vollmar OSB schon 1920 an Prof. Lambert in CH Fribourg.
Auftraggeber: Dt. Vinzentinerinnen durch deren geistlichen Betreuer P. Gabriel Vollmar OSB
Werkbeschreibung: Bis zum Jahr 2004 stand der von Busch komponierte und geschaffene Altar in der Kapelle mit einer thronenden vollplastischen Herz-Jesu-Figur, einer Replik der Bonner von 1918. Zwei in Flachrelief gehaltene stehende anbetende Engel waren zu beiden Seiten mit der Rückwand des Thrones verbunden. Ihre geschwungenen Flügel gaben dem Hintergrund einen weichen Umriss. Die Gründerheiligen - links Louise de Marillac, rechts Vinzenz von Paul, ein Kind beschützend - knieten auf einem dunkelroten Sockel beiderseits des Tabernakels. Beide blickten betend empor zu Jesus Christus. [s. S6d] Mit den Gründerheiligen bildete der Altaraufbau ein gleichseitiges Dreieck über der Mensaplatte, die auf zwei stämmigen Säulen ruhte. An der Mensa stand: „In omni loco sacrificatur et offertur nomini meo oblatio munda. Mal.1.11“ (An jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine Opfergabe.) Der ganze Altar war aus braunem Holz gestaltet. Die bronzene Tabernakeltür war geschmückt mit der Reliefdarstellung der Verkündigung, einem Abguss vom Tabernakelmotiv für Berlin von 1917. Nach Staudhamer waren bzw. sind alle Figuren polychrom lasiert, bei den beiden Knienden überwiegt schlichtes Grau. Die blonden Engel mit terrakottafarbenen Flügeln sind violett gekleidet, Jesu Gewand zeigt verschiedene Tönungen von Rot, das Herz auf seiner Brust hat goldene Strahlen. Die Inschrift auf seinem Gewandsaum „Rex pacis“ weist die Herz-Jesu-Statue auch als Friedenskönig aus.
Quellen/Literatur: Werkkorrespondenz; - Werkkartei; - Fotos NL: Album I/83-86, VII/120; - Fotos vom EOM: Modelle von Vinzenz von Paul und von Louise de Marillac; - Staudhamer, S.: Arbeiten von Georg Busch. In: CK XVII (1920/21), Beilage S. 12 f.; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, Abb. 20, 130, 140, 150, 186.