Abendmahl-Altar

Bildbeschreibung
Jahr: 1929
Ort: Gehrte (Bochum-)
Standort / Besitz: St. Elisabeth
Verbleib: zerstört
Material: Holz
Maße in cm: Gesamt ohne Mensa 325x284, Abendmahlrelief 122x222x20;
Art: Reliefs
Werkgruppe: S2a Altäre und Altarfiguren
Werkgeschichte: Anfrage der Anfertigung eines Hochaltars für die neoromanische Kirche 30.1.1928. Entwurf und Kostenaufstellung (14.000.- RM) erfolgte bis August 1928 in Korrespondenz mit Pfr. Sondermann, der Auftrag am 31.8.1928 vorbehaltlich der bischöflichen Genehmigung, diese wurde am 7.3.1929 mitgeteilt. Busch stellte den Altar an Weihnachten auf, eine Terminverschiebung war nicht gewährt worden. Ab Lieferung (24.12.1929) fällige Kosten wurden nach wiederholten Bitten Buschs verspätet bezahlt. Der Hochaltar stand bis 1952 und wurde dann abgebaut. Teile des Altars dienen nun als Schmuck der Kirche: das große Relief des Abendmahls ist über dem Eingang angebracht, die Opferszenen an der südlichen Kirchenwand. Tabernakel und Leichnam Jesu werden in der Karwoche liturgisch verwendet. Die Statue des Propheten Isaia ist erhalten, die des Maleachi ist verschollen. Ein plastischer Altarentwurf [P5] bei Nachkommen Buschs erhalten, auch ein genauerer Entwurf ("Hilfsmodell") des Retabel..
Auftraggeber: Pfarrer Dr. Mantel und der Kirchenvorstand
Ikonographie / zum Dargestellten: Beziehung zum Thema Abendmahl haben drei Opferszenen aus dem AT sowie Schriftstellen der Propheten Isaia und Maleachi.
Werkbeschreibung: Im oberen Halbrund des holzfarbenen Altars war die Abendmahl-Szene dargestellt, ein Schriftband gab die Worte Jesu wieder: „Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, nehmet hin und trinket, das ist mein Blut des neuen und ewigen Bundes“ (Mk 14,22 ff.). Das Halbrund umschloss den oberen Teil des Expositionsthronus für die Monstranz. Unter dieser stand der Tabernakel mit frühromanisch anmutenden Bronzetüren. Auf der rechten ist Jesus dargestellt, den Hauptmann von Kapharnaum empfangend. Dieser kommt von der linken Seite auf Jesus zu. Er hat die Hand auf der Brust, als wolle er sagen, was rund um beide Türen zu lesen ist: „O Herr ich bin nicht würdig, dass du eingehest unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund.“ (Mt 8,8) Beiderseits des Expositionsthronus sind Opferszenen aus dem AT dargestellt. Links das Opfer Abels (Text: "Abel das Lamm") und das Opfer Abrahams (Text: "Abraham den Sohn"), rechts das Opfer des Melchisedek (Text: "Melchisedek Brot und Wein"). Am seitlichen Rand des Altares stand links die Figur des Propheten Isaias, auf dessen Schriftband die deutschen Worte zu lesen sind: „Er ist geopfert, weil er selbst gewollt und tut seinen Mund nicht auf. Isaias 53, 7“ (Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.). Rechts stand die Figur des Propheten Maleachi mit dem Spruchband-Vers „In omni loco sacrificatur et offertur nomini meo oblatio munda. Malach 1,11“ (An jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe.) Unter der Mensa lag eine Skulptur des Leichnams Jesu, die nun in der Karwoche zum Hl. Grab verwendet wird.
Entwürfe: Den in Gips ausgeführten gesamten Altar und das "Hilfsmodell" des Retabel hatte der Pfarrer zur Ansicht.
Quellen/Literatur: Werkskorrespondenz; - Werkkartei; - Fotos NL: Album I/134-135, I/149-151; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 55, Abb. 79-81.