Hl. Antonius "Meditation"

Bildbeschreibung
Jahr: 1897 /95
Ort: Deuchelried
Standort / Besitz: St. Petrus
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: 110/120x42x29
Art: Figur
Werkgruppe: S6d Heilige
Werkgeschichte: Im Oktober 1894 stellte Busch eine „Meditation“ in Gips aus, von den Kapuzinern hatte er sich einen Habit ausgeliehen. 1895 war die Holzfigur im Münchner Glaspalast ausgestellt. Dort wurde sie am 13. Juni von Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth von Österreich für das Wiener Künstlerhaus ohne Sockel erworben. Es ist ebenso wie die von Prinzregent Luitpold erworbene Replik verschollen. Prälat Dr. Adolph Franz aus A Gmunden kaufte sie 1895 als Gipsplastik, außerdem gab er sie aus Holz in Auftrag. Dazu bestellte er ein Gegenstück, wodurch die stehende Figur der Caritas mit zwei Kindern auf dem Arm mit einem Sockelrelief entstand. [s. S6e3] Das 1897 von Pfr. Lupberger gekaufte Exemplar der Meditation des hl. Antonius ist in Deuchelried ohne Sockel erhalten. In der Gedächtnis-Ausstellung 150 Jahre Georg Busch vom 6.Okt. bis 18. Nov. 2012 in Benediktbeuern zog diese Figur die Blicke der Besucher auf sich. Sie gefiel vielen sehr gut.
Auftraggeber: Pfarrer Lupberger, DG-Mitglied
Werkbeschreibung: Das Haupt eines stehenden, im Gebet versunkenen Mönchs ist mit der Kapuze bedeckt. Die verschränkten Arme sind vom Umhang eingehüllt. Das Sockel-Relief mit der Erscheinung des Jesuskindes weist den dargestellten Mönch als hl. Antonius aus. Doering bezeichnete die Figur 1916 „das tiefe Nachsinnen eines in Gott versenkten Gemütes.“ Mit dieser schlichten verinnerlichten Figur begann im Jahr nach der Gründung der DG ein neuer Schaffensabschnitt von Georg Busch, der bisher vor allem Genreszenen und Porträts schuf.
Repliken: Die Figur wurde in den Folgejahren aus Gips und Holz wiederholt ausgestellt. Sie wurde insgesamt sechsmal aus Holz geschnitzt: 1895 für Kaiserin Elisabeth als Leihgabe an das Künstlerhaus Wien, für Prinzregent Luitpold als Geschenk an seine Schwester, der Herzogin von Modena in Nymphenburg, für Prälat Dr. Franz, Gmunden, für den Kunstgewerbeverein zur Verlosung. 1897 für Pfarrer Lupberger in Deuchelried, 1909 wurde sie nochmal bestellt.
Abgüsse: Dreimal wurde die Figur als Gipsabguss verkauft.
Quellen/Literatur: Busch, G.: Liste zu Verlobungsalbum 1902; - Werkkartei; - Foto N: Album III/160, VII/331; - Ständige Ausstellung der DG 1900. In: Bericht der 8.Gen. Vers. Münster (1900), S. 42; - Postkarte DG Nr. 22; Doering, O.: In: Arte cristiana II/8 (15.8.1914), Abb. S. 244; - Ders.: Georg Busch. München 1916, S. 61f. m. Abb. ; - Scheuber, J.: In: Der Gral 10/8(1916), S. 403; - Informationen: Mesner Xaver Bodenmiller; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg 2013, S. 38, Abb. 40.