Verbindungsstudent, chargiert

Bildbeschreibung
Jahr: 1891
Ort: München Maxvorstadt
Standort / Besitz: Aenanen-Archiv
Verbleib: erhalten
Material: Gips
Maße in cm: H 72 cm
Art: Figur mit Fahne
Werkgruppe: P6b
Werkgeschichte: Busch war seit 1883/84 Mitglied in der KDStV Aenania zu München und wurde am 26.1.1897 Ehrenmitglied. Für die diversen Studentenverbindungen schuf er die Figur eines chargierten Verbindungsstudenten als Stammtischfigur, die auch als Geschenk überreicht werden konnte. Sie ist signiert mit dem Datum 6. 12. 1891. "Zur Weihnachtsfeier der Aenania schmückte sie deren Christbaum und erntete ebenso viel Bewunderung wie im Kunstgewerbehause, wo Busch sie zur Ausstellung brachte. ... Die Figur in Gips hat eine Höhe von 70 cm und kostet (ohne Verpackung) weiß 30 M, in den Verbindungsfarben bemalt: 42 M." (Academia Nr. 14, März 1892). Diese erste Figur für Aenania war polychrom gefasst. Der Aenanen-Philister Dr. Josef Weiß erwarb am 6. 12. 1895 (35.-M.) für einen "Vereinsstudent", am 6.5.1892 hatte er ihm einen geschenkt. Eine nicht polychromierte Gipsfigur ist bei Aenania zu München im Archiv erhalten.
Auftraggeber: -
Ikonographie / zum Dargestellten: Die katholische deutsche Studentenverbindung Aenania zu München (KDStV Aenania) wurde 1851 von Franz Lorenz Gerbl aus Wasserburg am Inn (daher "Aenania") als Gegengewicht zu den schlagenden Korporationen gegründet. Abkürzung Ae, Farben (dunkel-) grün-weiß-gold, Fuchsenfarben grün-gold. Als Prinzipien wählte sich Aenania religio, scientia, amicitia, die der Cartellverband (CV) übernahm und "patria" zufügte.
Werkbeschreibung: Der chargierte Verbindungsstudent trägt die "Wichs" (traditionelle Uniform einer Abordnung bei besonderen Anlässen) und die Fahne der KDStV Aenania. Die Wichs besteht aus einer Jacke (Flaus), einer Kappe (Cervis) mit Verzierung, weißen Hosen und hohen Schaftstiefeln und dem Schwert (Schläger), Am Felsen, auf dem die Fahne steht, ist ein Wappen angebracht, auf das den Zirkel (Emblem) der Verbindung farbig aufgemalt werden konnte bei einer polychromierten Fassung.
Abgüsse: Busch stellte viele Abgüsse in Gips her und ließ sie weiß oder jeweils in den Farben und mit dem Zirkel der jeweiligen Verbindung bemalen.
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Foto von Karl Busch 1944, - Modell weiß V/126b; - Weiß, J.: Die Cartellstatue. In: Academia, Organ für die CV der katholischen deutschen Studenten-Verbindungen, Nr. 6, August 1891, S. 118, und Nr.14, März 1892, S. 260/261 mit Abbildung; - Schermer, K.: I. Bericht. In: Correspondenz-Blatt des Pilister-Vereins und der Verbindung Aenania Nr. 32, Neue Folge, 10.2.1897, S. 6; - wikipedia; - Informationen von Prof. Dr. P.C.Hartmann, Philistersenior; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg 2013, S. 134 f.