Lebendes Bild: Bavaria felix

Bildbeschreibung
Jahr: 1899 5.5.
Ort: München
Material: Requisiten und Bekleidung
Maße in cm: lebensgroß
Art: Lebendes Bild
Werkgruppe: P6d
Werkgeschichte: Am 5. Mai 1899 beging die Münchner CV-Verbindung KDStV Aenania mit ihren Tochterverbindungen Vindelicia und Rheno-Franconia im großen Kaimsaal (Tonhalle) "mit einem Festkommers das 100-jährige Regierungsjubiläum der Wittelsbacher Linie Zweibrücken-Birkenfeld. Auf demselben waren erschienen Ihre Kgl. Hoheiten die Prinzen Ludwig und Rupprecht, sowie u. a. Se. Exzellenz der Kultusminister Dr. v. Landmann [...]. Herr Bildhauer Busch (E.M. der R-F) stellte sein lebendes Bild 'Bavaria felix' vor." Busch wurde von der KDStV Aenania am 26. 1. 1897 zum Ehrenmitglied ernannt, von der Rheno-Franconia später. Am 27.2.1899 ernannte Saxonia-München Busch zum Ehrenphilister Busch hatte 1885 die Gründung der Studentenverbindung Albrecht-Dürer-Vereins an der Akademie der Bildenden Künste München nach dem Vorbild der Aenania initiiert. Lebende Bilder bzw. Tableaux vivantes waren noch um 1900 bei Festen eine Attraktion. Georg Busch stellte bereits im Wintersemester 1884/85 lebende Bilder.. Im Mädchen-Lyceum Max-Joseph-Stift, das sich damals gegenüber der Universität in der Ludwigstraße befand, beauftragte die Direktorin Frl. Pleitner in den 1890er Jahren Busch wiederholt mit lebenden Bildern. Einmal war es laut Karl Busch eine besonders hübsche Madonna. Die Themen der Darstellungen wurden vom Auftraggeber festgelegt. Georg Busch entwarf zu den Themen die Darstellung, besorgte die Requisiten und bereitete die darstellenden Personen auf die Bilder vor. Beim Fest wurden die kostümierten Personen von ihm auf der Bühne zum geplanten Bild aufgestellt. Solange der Vorhang zum Betrachten geöffnet war, mussten sie unbewegt verharren, etwa eine Minute.
Ikonographie / zum Dargestellten: Nach dem Tod von Kurfürst Karl Theodor 1799 kam als nachfolgender Regent für Bayern Kurfürst Max IV. Joseph aus der Wittelsbacher Linie Zweibrücken-Birkenfeld. Er wurde 1806 von Napoleon zum König Max I. von Bayern ernannt.
Werkbeschreibung: In der Mitte des Bildes "Bavaria felix" thront mit langen gelockten Haaren die gekrönte Allegorie "Bavaria". Sie trägt ein Szepter in ihrer rechten Hand. Von beiden Seiten kommen je sieben Personen. Jeder hat ein Requisit, das hinweist auf Besonderheiten, die Bayern symbolisieren und hervorheben, z. B. ein Löwenkopf, die Bavaria-Statue an der Theresienwiese, die Walhalla für Dichter und Denker, eine Lyra für Musiker, ein Zahnrad für die Industrialisierung. Über den darstellenden Personen sind in sechs verzierten runden Rahmen die Köpfe der Bayerischen Regenten seit 1799 sowie der Nachfolger Prinz Ludwig und Rupprecht gezeichnet.
Quellen/Literatur: Busch, M.: Notizbuch I, S. 84; - Wittelsbach-Feier der Studentenverbindungen Aenania, Vindelicia und Rheno-Frankonia. In: Neue Bayerische Zeitung, 7. 5. 1899, im Rezensionsbuch S. 21; - Aenanenkorrespondenz NF 32, Febr. 1897; - Academia 164/52 (11.3.1932); - zu Saxonia: In: Sollner Hefte 77 Gebhard Fugel, 2013, S. 15 und Titelbild; - KDStV Rheno Franconia: Einblicke in unsere Geschichte: 115 Jahre Rheno-Franconia München. In: Rheinfrankenblätter Nr. 73, S. 40, Mai 2014.