Kreuzigungsgruppe, Brot und Wein / zwei Tabernakel

Bildbeschreibung
Jahr: 1901
Ort: Homburg
Standort / Besitz: St. Michael
Verbleib: erhalten
Material: Metall
Art: Reliefs
Werkgruppe: S3a Tabernakel, Monstranz, Expositionsthronus
Werkgeschichte: Der Baldachin-Altar [s. S2a] wurde von Prinzregent Luitpold von Bayern mit 20.000 Goldmark gestiftet mit der Auflage, dass Bildhauer Busch und Architekt Angermeier diesen gestalten sollen. Unter dem Baldachin befindet sich der Altar mit einem niedrigen Tabernakel für das eucharistische Brot. und darüber einem hohen Tabernakel für die Monstranz. Im Mai 1901 ließ Busch das Relief Kreuzigungsgruppe für den unteren Tabernakel in gips gießen, im Juli in Bronze gießen.
Auftraggeber: Pfarrer Breitling und Prinzregent Luitpold von Bayern
Ikonographie / zum Dargestellten: Symbole der Eucharistie. Brot und Wein,
Werkbeschreibung: Auf der Türe des unteren Tabernakels ist eine Kreuzigungsgruppe dargestellt. Seitlich schweben trauernde und anbetende Engel. Das Kreuz und Jesus stehen auf dem Sion, dem Tempelberg, dargestellt als Prunkarchitektur mit Türmen und Arkaden, dem Synonym für Jerusalem, einer Andeutung des himmlischen Jerusalem. Auf der Tafel darunter stehen die Worte des Maleachi 1,11: „Ab ortu solis usque ad occasum magnum est nomen meum in gentibus et in omni loco sacrificatur et offertur nomini meo oblatio munda. Malach I,11“ (Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen ein Rauchopfer dargebracht und eine reine Opfergabe.) Der obere hoheTabernakel zur Aufbewahrung und Aussetzung der Monstranz trägt die Inschrift: „Ego vobiscum sum omnibus diebus usque ad consummationem saeculi. Matth. 28,20.“ (Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.). In den sechs Feldern auf den Türen sind unten die Verkündigung und Geburt Jesu dargestellt, darüber die Hochzeit von Kana und die Brotvermehrung, oben das Gebet von Gethsemane (ein schwebender Engel trägt einen Kelch) und das Brotbrechen in Emmaus. Auf dem senkrechten Schmuckband in der Mitte picken Vögel an Trauben und Ähren. Zuunterst kommen von beiden Seiten je sechs Schafe, wohl als Symbole für die Apostel gedacht.
Repliken: 1918 wurde der Herz-Jesu-Altar in Bonn, St. Elisabeth, aufgestellt. An diesem befindet sich eine Replik aus Eichenholz mit der Kreuzigungsgruppe von dem unteren Tabernakel von Homburg-Saar, St. Michael.
Quellen/Literatur: siehe S2a Baldachinaltar in Homburg, St. Michael.