Grabtragung Jesu

Bildbeschreibung
Jahr: 1913 /12
Ort: Brasilien
Standort / Besitz: unbekannt
Verbleib: verschollen
Material: Bronze
Maße in cm: kleiner als 1. Guss für Viersen (90x210x45), ca. 77x180x39
Art: Freiplastik, 2. Guss
Werkgruppe: S6a3 Darstellungen von Jesus Christus
Werkgeschichte: Busch ließ von der Freiplastik für das Grabmal Mengen in Viersen [vgl. Kreuzweg St. Paul, München, XIV. Station] einen zweiten, etwas kleineren Guss anfertigen, den er auf der XI. Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast 1913 ausstellte. Er benannte das Werk "Begräbnis Christi", Dafür bekam Busch eine Goldmedaille. Karl Busch, der das Werk "Grabtragung Christi" benannte, notierte auf einem Karteiblatt: „Ein Brasilianer sah es im Glaspalast, kam ins Atelier, bekam es nach Glaspalastschluss billiger (kleinere Ausführung), Sammler", 5000 M statt 7000 M." - 1920 war die Freiplastik auf der Ausstellung in Rio de Janeiro zu sehen (oder in Petropolis, da dort der Artikel erschien): "Trasporto di Cristo al Sepolcro". Dieser 2. Guss blieb in Brasilien. Der Standort ist unbekannt, es wird gesucht. Ein 3. Guss war 1914 für eine Ausstellung in Salzburg angeboten (war zu groß), 1922 in der DG-Jubiläumsausstellung in der Münchner Residenz ausgestellt, 1941 kam er auf den evangelischen (Stadt-) Friedhof in Merseburg.
Werkbeschreibung: Eine Freiplastik erfordert es, dass alle Träger der Bahre mit dem Leichnam Jesu in eine Richtung gehen müssen. Sie folgen dem Johannes, der die Dornenkrone voraus trägt. Vier Frauen gehen trauernd hinterher. Maria blickt wehmutsvoll auf Jesu Haupt, während Maria Kleophae, eine Halbschwester von Maria, sie tröstend ansieht. Maria Magdalena und Salome am Ende des Zuges verbergen ihre Gesichter voll Trauer. Zu beiden Seiten tragen je zwei Freunde Jesu auf ihren Schultern die Bahre, die mit einem Tuch überdeckt ist. Darauf liegt der Leichnam Jesu. Das Tuch hängt weit herab und bildet den Hintergrund für die Trägerfiguren.
Abgüsse: Es ist der 2. kleinere Guss nach dem 1. für das Grab Mengen in Viersen. Der 3. Guss war 1922 in München ausgestellt und kam 1941 als Freiplastik auf den Stadtfriedhof in Merseburg.
Quellen/Literatur: Werkkartei; - Album II / 134-139; - Glaspalast-Katalog 1913, S. 29, Nr. 523a Begräbnis Christi, Saal 1; - Wolter, F.: Die feierliche Grablegung von Busch. In: Die Kunst für alle XXVIII (1912/13).S. 553; - Wächter F.: XI. Internationale Kunstausstellung im Glaspalast. In: Arte cristiana 1, (1913), S. 372 f., Abb. S. 371; - Doering, O.: Aufstellung der Grabtragung als Grabmal in Viersen. Viersener Volkszeitung 260 (10. 11. 1913), S. 2; - Wurm, A.: Die 11. Int. Kunstausstellung im Glaspalast. 9. Die Plastik. In: Augsburger Postzeitung 393 (28. 8. 1913), S. 2; - Doering, O. In: Arte cristiana I (1913), S. 369 ff.; - Die 11. Internationale Kunstausstellung im Glaspalast zu München 1913. In: CK X (1913/14), S. 28; - DG-Jahresmappe 1915, S. 10, Tafel III; - Sinzig, P. OFM: Menino rezando. In: Voces Petropolis 14/6 (16.3.1920), Brasilien, s. Abb. 332 "Trasporto di Cristo al Sepolcro"; - Postkarte mit Ausschnitt Maria und Maria Kleophae, Foto v. Karl Busch: München: Schnell & Steiner, Nr. 1599, 1962; - Busch-Hofer, R.: Bildhauer Georg Busch. Lindenberg, 2013, S. 118, Abb. 214.