Tabernakel und Altarkreuz

Bildbeschreibung
Jahr: 1912
Ort: Sulzbach b. Obergriesbach, Ldkrs Aichach
Standort / Besitz: Kirche St. Verena
Verbleib: erhalten
Material: Holz
Maße in cm: Gehäuse 140x190x64 cm
Art: Relief
Werkgruppe: S3a Tabernakel, Monstranz, Expositionsthronus
Werkgeschichte: Auf einer Liste von Glasnegativen mit Werken von Georg Busch im Nachlass war notiert: Sulzbach Tabernakel. Auch notierte Dr. Karl Busch vor 1964 auf einem Karteiblatt als Werk von Georg Busch : "Sulzbach b. Obergriesbach: Tabernakel." Der Kath. Kirchenstiftung war der Autor des Tabernakels 2013 unbekannt. Pfr. Josef Eisele (1868-1951) ließ 1912 mithilfe von Spenden den Tabernakel neu gestalten. Er war im Oktober 1909 von Fremdingen gekommen, wo er durch den Kirchenbau mit den Münchner christlichen Künstlern bekannt war. Die Kirche St. Verena in Sulzbach ist mit Altären im Bauernbarock um 1700 ausgestattet. 1894/95 wurde sie etwas unzulänglich restauriert. Busch hat vermutlich den gesamten Tabernakel entworfen. Ein Mitarbeiter führte die Schnitzwerke aus. Die andere Künstlerhand ist insbesondere an den beiden Heiligenfiguren in den seitlichen Nischen zu erkennen. 1921/22 ließ Pfr. Eise die Kirche grundlegend restaurieren, dann erst kam das halb verdeckte Altarbild von L. Glötzle, München, dazu.
Auftraggeber: Pfarrer Josef Eisele
Ikonographie / zum Dargestellten: Christus-Symbole sind auf dem Tabernakel abgebildet. auf dem oberen Tabernakel die Kreuz-Zeichen mit Alpha und Omega (s. Offb.), mit daraus wachsenden Ähren und Reben für Brot und Wein. Auf den Türen des unteren Tabernakels wird das Herz Jesu glorifiziert, das mit Dornen umgeben ist.
Werkbeschreibung: Es handelt sich um einen oberen Tabernakel für die Monstranz und einen unteren für den Kelch in einem Gehäuse, das fast die Breite der Mensa einnimmt. Der obere Abschluss des Gehäuses greift die geschwungene obere Rahmenform des Altarbildes auf. Die beiden Tabernakel sind seitlich abgegrenzt durch je eine geschwungene verzierte Lisene, die mit einer Volute auf einer Stufe aufsteht. In den seitlichen Nischen sind rechts der hl. Antonius mit dem Jesuskind auf seinem linken Arm, links die hl. Theresia von Avila dargestellt. Die Türen beider Tabernakel sind vergoldet und oben gerundet, aus den oberen lodern nach oben Rocaillen wie Flammen heraus, beiderseits Kartuschen mit Kreuzen, auf denen links das Zeichen für Alpha und rechts das für Omega gestaltet ist, wie auch je zwei Ähren, die oben daraus sprießen, und je eine Weinrebe mit Laub, die nach unten hängt. Eingerahmt sind die Türen mit Zierleisten im spätbarocken Stil. Mittig steht ein Altarkreuz von Busch auf der Abstellfläche vor den oberen Türen. Wenn diese geöffnet sind, sieht man je einen geschnitzten anbetenden Engel auf der Innenseite. An jeder Tür des unteren Tabernakel umrahmen Zierleisten je ein flammendes Herz im Strahlenkranz ein, das mit Dornen umgeben ist. Der untere Tabernakel steht etwas vorgesetzt fast auf dem Altartisch auf. "Der Tabernakel wurde und wird allgemein als besonders gelungenes Werk empfunden", bemerkt Kirchenpfleger Fischer. .
Quellen/Literatur: Liste der Negativ-Glasplatten von Fotos der Werke Buschs; - Informationen von Kirchenpfleger Josef Winfried Fischer und von Diözesankkonservator Dr. Michael Schmid.